Seit der Digitaldruck es wirtschaftlich tragfähig gemacht hat, Kleinstauflagen bis hin zu Einzelstücken einer Publikation zu produzieren, gewinnt Print-on-Demand an Beliebtheit. Eine wachsende Anzahl an Druckereien bietet diese Möglichkeit zu angemessenen Konditionen.
Eine Veröffentlichung, die ausschließlich digital verfügbar ist, nennt sich Online-Only – unabhängig davon, ob sie Open Access steht oder erworben werden kann.
Die Produktionswege von Print- und digitalen Publikationen trennen sich ab dem Punkt der finalen Freigabe durch die jeweiligen Autor:innen. Und während viele Wissenschaftsverlage selbstverständlich zu jedem E-Book eine gedruckte Ausgabe produzieren und langfristig anbieten, ist dies für institutionelle Verlage nicht immer praktikabel.
Vorteile von Print-on-Demand
Im Vergleich zum Druck höherer Auflagen bietet Print-on-Demand (PoD) einige Vorteile. Zunächst bindet die Produktion kein Kapital: Es wird punktgenau produziert, was gebraucht wird. Auch wenn es möglich ist, einzelne Exemplare fertigen zu lassen, gibt es Anbieter, die eine Mindestauflage verlangen. Zumeist sind dies aber beispielsweise zehn Exemplare – also keine große Menge.
Dennoch: Ein weiterer Vorteil von reinem PoD ist, dass keine Lagerhaltung notwendig ist. Ein Lager bringt Kosten mit sich, die Notwendigkeit von Inventarisierung und Pflege; Dinge, die Arbeit machen und Geld kosten. Während der Versand von Einzelstücken durch den Anbieter selbst direkt an die Adressat:innen erfolgen kann, braucht man bei einem Lager auch Versandmaterial sowie die Organisation von Konfektionierung und Versand.
Sollten Einzelstücke produziert werden und kein Lager verfügbar sein, muss ein zurückgesendetes Exemplar möglicherweise weggeworfen werden. Das ist die Kehrseite einer Just-in-time-Produktion.
Überhaupt über gedruckte Exemplare zu verfügen, ist für viele wissenschaftliche Autor:innen von Vorteil. Es geht ihnen nicht nur darum, Kolleg:innen das Lesen der eigenen Forschung zu ermöglichen. Ihre Publikationen sollen auch dabei helfen, die eigene Karriere voranzubringen. Bewerbungen mit einer gedruckten Publikation wirken u.U. beeindruckender als der Versand einer Linksammlung und jemandem ein Buch mit einer Widmung überreichen zu können, ist – sofern angemessen – eine schöne Geste.
Vorteile von Online-Only
Rein digitale Publikationen haben auch ihre Vorzüge: Die Publikation geht noch schneller als bei PoD, sie kann ihre Reichweite voll entfalten – vor allem in Kombination mit Open Access und angemessenem Marketing. Zudem bleibt die Flexibilität des Digitalen sowohl mit Blick auf Aktualisierungen, die jederzeit vorgenommen werden können, und das unmittelbare Einbinden multimedialer Elemente. Eine entsprechend aufbereitete digitale Publikation ist noch dazu barrierefrei.
Online-Only gewinnt auch mit Blick auf Ökologie und Ökonomie: Auch wenn Digitalität immer Energie benötigt, gelten E-Publikationen als umwelt- und ressourcenschonender im Vergleich zu ihren gedruckten Entsprechungen. Die Produktionskosten sind dadurch geringer. Auch die digitale „Lagerhaltung“, die Speicherung, muss zwar systematisch organisiert sein, verlangt aber weit weniger Aufwand als die Lagerung von gedruckten Büchern.
Wer braucht was?
Ob Print-on-Demand oder Online-Only die richtige Wahl ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wissenschaftliche Einrichtungen stellen sich Fragen zu ihren Budgets und verfügbarer Infrastruktur. Doch auch Überlegungen zur Zielgruppe beeinflussen die Formatwahl. Der größte Teil wissenschaftlicher Forschungsarbeiten dürfte in einem rein digitalen Format gut aufgehoben sein. Verlässt man aber die Forschungsebene und bewegt sich außerhalb der Wissenschaft im engeren Sinne, produziert man gar Publikationen, die individuelle oder institutionelle Reputation auch außerhalb dieser Zielgruppen transportieren sollen, sind gedruckte Exemplare von Vorteil.
Als Wissenschaftler:in fließen Überlegungen zu eigenen Bedürfnissen und Zielen in die Entscheidung mit ein. Auch hier stellt sich die Frage nach der Reputationsförderung, die möglicherweise mit gedruckten Exemplaren eindrucksvoller verfolgt werden kann.
Für jede Publikation kann die Entscheidung zwischen Print-on-Demand und Online-Only erneut gefällt werden.
Fazit
Für viele Publikationen ist eine rein digitale Präsenz ausreichend mit Blick auf ihre Auffindbarkeit und Zugänglichkeit. Für viele Autor:innen sind allerdings Sichtbarkeit und damit Reputationsaufbau große Themen, was wiederum dafürspricht, zusätzlich zur digitalen eine gedruckte Version einer Veröffentlichung zu produzieren.
Sollten zudem Marketing und professioneller Vertrieb eine Rolle spielen, um die Verbreitung einer Publikation professionell zu fördern, bietet sich die Zusammenarbeit mit einem Verlag oder Verlagsdienstleister an. Wenn Sie dazu mehr wissen wollen oder Unterstützung benötigen, sprechen Sie uns an!
Fotoquelle: Pexels, boom12585798, 2026